2 Temmuz 2016 Cumartesi

01-20: Fragen und Antworten

01-20: Fragen und Antworten

Frage 1- Woran erkennen wir die Existenz Allahs?

Die Pflanzen, Tiere, Meere, Gebirge und die Menschen, die wir sehen, wenn wir uns umschauen, und alles andere auf der Welt - lebendig oder nicht lebendig - das wir nicht sehen können, sind offensichtliche Beweise einer überlegenen Weisheit, die alle Dinge geschaffen hat. Das Gleichgewicht, die Ordnung und die perfekte Beschaffenheit des Universums beweisen ebenfalls die Existenz von jemandem, der universales Wissen besitzt und der alle Dinge in vollendeter Form geschaffen hat. Der Besitzer dieses universalen Wissens ist Allah.
Wir begreifen die Existenz Allahs durch die perfekten Systeme, die Er geschaffen hat und durch die ehrfurchtgebietenden Eigenschaften aller lebenden und nicht lebenden Dinge. Diese Vollkommenheit wird im Quran beschrieben:
Der sieben Himmel erschaffen hat, einen über dem anderen. Du erblickst in der Schöpfung des Erbarmers kein Missverhältnis. So schau dich von neuem um, ob du Mängel siehst! Dann lass den Blick ein weiteres Mal schweifen - jedes Mal wird dein Blick stumpf und matt zu dir zurückkehren. (Sure 67:3-4 – al-Mulk)

Frage 2 - Wie erkennen wir Allah?

Wieder ist es die perfekte Schöpfung im gesamten Universum, die uns die überlegene Macht Allahs zeigt. Jedoch hat sich Allah uns grundsätzlich im Quran offenbart, den Er den Menschen als Wegweiser zur Lebensführung gesandt hat. Der Quran vermittelt uns die überlegenen Eigenschaften Allahs: Seine universale Weisheit, Seine Allwissenheit, Sein Mitleid, Seine Gnade. Seine Gerechtigkeit, Seine Allgegenwart, Seine Fähigkeit, alles zu sehen und alles zu hören, dass Er der einzige Besitzer des Himmels ist und der einzige Gott des Himmels, der Erde und von allem was dazwischen liegt und dass Er der alleinige Herrscher des Reichs Gottes ist.
Er ist Allah, ausser Dem es keinen Gott gibt. Er kennt das Verborgene und das Offenbare. Er ist der Erbarmer, der Barmherzige. Er ist Allah, ausser Dem es keinen Gott gibt: der Herrscher, der Heilige, der Heilbringende, der Glauben-gewährende, der Beschützer, der Erhabene, der Unwiderstehliche, der Majestätische. Preis sei Allah, (erhaben ist Er) über was sie Ihm beigesellen. Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise. (Sure 59:22-24 – al-Haschr)

Frage 3 - Was ist der Sinn unserer Existenz ?

Allah erklärt uns den Sinn unserer Existenz so:
Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, dass sie Mir dienen. (Sure 51:56 – adh-Dhariyat)
Der Grund für des Menschen Dasein auf Erden ist der, ein Diener Allahs zu sein, ihn anzubeten und sein Wohlgefallen zu erlangen. Die Menschen werden, so lange sie auf Erden leben, daraufhin geprüft.

Frage 4 - Warum werden wir geprüft?

Allah prüft die Menschen auf der Welt, um die, die an Ihn glauben, zu unterscheiden von jenen, die nicht an Ihn glauben und um festzustellen, welche der Gläubigen sich dabei am besten verhalten. Deswegen ist es für den Menschen nicht genug, zu sagen: "Ich glaube." So lange der Mensch lebt, werden sein Glaube und seine Hingabe an Allah, seine Beharrlichkeit in der Religion, kurz, seine Standfestigkeit als Diener Allahs unter besonders dafür geschaffenen Umständen und Umgebungen geprüft. Allah benennt diese Wahrheit im folgenden Vers:
Der Tod und Leben schuf, um zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und Er ist der Erhabene, der Verzeihende. (Sure 67:2 – al-Mulk)

Frage 5 - Wie sollen wir Allah dienen?

Ein Diener Allahs zu sein heißt, sein gesamtes Leben dem Zweck zu widmen, Allahs Wohlgefallen und Anerkennung zu erlangen. Es heißt, alles was man tut, in bestmöglicher Weise auszuführen, um Allah zu gefallen, Allah allein zu fürchten, und all seine Absichten, Worte und Taten daraufhin auszurichten. Allah macht uns im Quran darauf aufmerksam, dass die Aufgabe, Ihm zu dienen, jeden Aspekt des menschlichen Lebens umfasst.
Sprich: "Siehe, mein Gebet, mein Gottesdienst, mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten. (Sure 6:162_Al-An'am)

Frage 6 - Warum ist Religion notwendig?

Ein Mensch, der an die Existenz Allahs glaubt, muss zuerst die Gebote seines Schöpfers lernen und die Dinge die Ihm wohlgefallen, Ihm, der ihm eine Seele gegeben hat, als er ein nichts war, der ihn leben, essen und trinken lässt und der ihm Gesundheit gegeben hat. Ferner muss er sein gesamtes Leben verbringen, indem er sich an Allahs Gebote hält und Allahs Wohlgefallen sucht. Es ist die Religion, die uns die Moral, das Verhalten und den Lebensstil zeigt, der Allah gefällt. Allah hat im Quran klargemacht, dass Menschen, die ihr Verhalten an der Religion ausrichten, auf dem rechten Weg sind, während andere vom Weg abkommen.
Ist etwa der, dessen Brust Allah für den Islam ausgedehnt hat, so dass er Licht von seinem Herrn empfängt? Darum wehe denen, deren Herzen gegen das Denken an Allah verhärtet sind! Sie sind in offenkundigem Irrtum. (Sure 39:22 – az-Zumar)

Frage 7 - Wie führt man ein religiöses Leben?

Menschen, die an Allah glauben und Ihm in Demut gehorchen, organisieren ihr Leben in Übereinstimmung mit Allahs Empfehlungen aus dem Quran. Wer ein religiöses Leben führt, dessen Taten werden von seinem guten Gewissen geleitet sein, und er wird all das Schlechte vermeiden, das sein Egoismus ihm einflüstert. Wie Allah im Quran ausführt, hat er die Menschen in einer Weise geschaffen, die es ihnen leicht macht, ein Leben im Glauben zu führen.
So richte dein ganzes Wesen aufrichtig auf den wahren Glauben, gemäss der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen erschaffen hat. Es gibt keine Veränderung in der Schöpfung Allahs. Dies ist die richtige Religion. Jedoch, die meisten Menschen wissen es nicht. (Sure 30:30 – Ar-Rum)

Frage 8 - Wie kann es Moral geben ohne Religion ?

In Gesellschaften, die keine Religion kennen, werden die Menschen anfällig für jegliche Art von Unmoral. Ein religiöser Mensch wird sich zum Beispiel niemals bestechen lassen, dem Glücksspiel verfallen, Neid empfinden oder lügen, weil er weiß, dass er für solche Dinge im Jenseits zur Verantwortung gezogen werden wird. Ein unreligiöser Mensch wird jedoch dazu tendieren. genau diese Dinge zu tun. Es reicht nicht aus, wenn der Mensch sagt: "Ich bin zwar Atheist, aber bestechen lasse ich mich trotzdem nicht", oder "Ich bin zwar Atheist aber ich spiele trotzdem nicht," denn ein Mensch, der Allah nicht fürchtet und der nicht glaubt, dass er einst im Jenseits Rechenschaft über sich ablegen muss, wird solch verwerfliche Dinge tun, wenn die Situation oder die Umstände sich ändern. Jemand der sagt: "Zwar bin ich Atheist aber trotzdem treibe ich keine Unzucht", könnte gleichwohl Unzucht treiben wenn sich Ort und Gelegenheit dazu ergeben. Oder, jemand der behauptet unbestechlich zu sein und der keine Gottesfurcht empfindet, könnte sagen: "Mein Sohn ist sehr krank und könnte sterben, ich bin dazu gezwungen, mich bestechen zu lassen." Antireligiöse Zustände legitimieren sogar Diebstahl unter bestimmten Bedingungen. Menschen ohne Religion werden es nicht als verwerflich betrachten, ein Handtuch oder ein dekoratives Accessoire aus einem Hotel oder einer dem Gemeinwesen dienenden öffentlichen Einrichtung mitzunehmen, nach ihrem Selbstverständnis handelt es sich hier nicht um Diebstahl. Ein religiöser Mensch hingegen wird sich nicht derart unmoralisch verhalten, denn er fürchtet Allah, und er vergisst niemals, dass Allah alle seine Absichten und Gedanken kennt. Er wird aufrichtig handeln und keine Sünde begehen.
Ein Mensch der den Weg der Religion verlassen hat, mag sagen, "Ich bin zwar Atheist, aber ich kann vergeben. Ich habe keine Rachegefühle oder Hass," aber eines Tages könnte er durch irgendein Ereignis seine Selbstbeherrschung verlieren, und er könnte sich völlig unerwartet verhalten. Er könnte versuchen, jemanden umzubringen oder zu verletzen, denn seine Moralauffassung wird sich je nach Umgebung und Situation in der er lebt, ändern.
Ein Mensch aber, der an Allah und an das Jenseits glaubt, wird niemals von der richtigen Moral abweichen, gleichgültig, wie Situation und Umgebung auch sein mögen. Eines solchen Menschen Moral ist nicht beliebig, sondern unverrückbar. Allah bezieht sich auf die überlegene Moral religiöser Menschen in folgendem Vers:
Jene, die ihr Versprechen gegenüber Allah halten und ihre Verpflichtungen nicht brechen. Und die verbinden, was Allah zu verbinden geboten hat, und die ihren Herrn fürchten und Furcht vor einer schlimmen Abrechnung haben. Und die im Verlangen nach dem Angesicht ihres Herrn standhaft bleiben und das Gebet verrichten und von dem, was Er ihnen beschert, im Verborgenen und öffentlich spenden, und die das Böse mit Gutem abwehren, für diese ist Belohnung nach dem Diesseits bestimmt. (Sure 13:20-22 – ar-Ra'd)

Frage 9 - Was würde unseren sozialen Strukturen zustoßen ohne die Religion?

In einer Welt ohne Religion wird zuerst die Institution der Familie verschwinden. Werte wie Loyalität, Treue, Verbundenheit, Liebe und Respekt, die die Familie aufrecht erhalten, werden verabschiedet. Man muss sich klar machen, dass die Familie die Grundlage jeder Gesellschaft ist, was bedeutet, wenn die Familie zusammenbricht, folgt unweigerlich der Zusammenbruch der Gesellschaft. Dies wiederum entzieht sowohl dem Staat als auch der Nation die Existenzgrundlagen, sind doch dann all jene Werte vernichtet, auf die Staat und Nation aufbauen.
In einer gottlosen Gesellschaft gibt es keinen Grund, einem anderen Menschen gegenüber Respekt, Liebe oder Mitgefühl zu zeigen. Dies führt zu sozialer Anarchie. Die Reichen werden die Armen hassen, die Armen werden die Reichen hassen. Wut entwickelt sich gegen Behinderte und Bedürftige. Die Gewaltbereitschaft gegenüber anderen Nationen steigt. Arbeiter werden aggressiv gegen Unternehmer und Unternehmer gegen Arbeiter, Väter wenden sich gegen ihre Söhne und Söhne gegen ihre Väter.
Der Grund für das andauernde Blutvergießen und mancher Nachrichten in der Boulevard-Presse ist Religionslosigkeit. Jeden Tag können wir in diesen Blättern Nachrichten lesen über Menschen, die sich aus völlig unbedeutenden Gründen gegenseitig umbringen.
Ein Mensch hingegen, der weiß, dass er sich im Jenseits zu verantworten hat, wird nicht kurzerhand eine Schusswaffe an jemandes Kopf halten und ihn erschießen. Er weiß, dass Allah den Menschen verboten hat, Verbrechen zu begehen, und seine Gottesfurcht wird ihn vor göttlicher Vergeltung bewahren.
Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft Ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Allahs Barmherzigkeit ist denen nahe, die Gutes tun. (Sure 7:56 – al-A'raf)
Gottlosigkeit ist auch der Grund für die alltäglich gewordenen Selbstmorde. Jemand der Selbstmord begeht, begeht de facto Mord. Jemand, der die Absicht hat, Selbstmord zu begehen, zum Beispiel, weil ihn seine Freundin verlassen hat, sollte sich folgende Fragen stellen: Würde er daran denken, Selbstmord zu begehen, wenn seine Freundin durch einen Unfall verkrüppelt worden wäre, wenn sie älter würde oder wenn sie eine schwere Brandverletzung im Gesicht davontragen würde? Wohl kaum. Er überbewertet sie, wenn er sie sieht, gesund und schön wie sie ist, und er setzt sie anstelle Allahs, glaubt, sie sei wichtiger als Allah, das Jenseits und die Religion. Er würde für sie sterben.
Jemand aber, der geleitet ist durch den Quran, würde so etwas niemals tun. Er würde nicht einmal daran denken. Der Gläubige lebt, um Allah zu gefallen und wird geduldig sein gegenüber allen Schwierigkeiten und Problemen, die Allah ihm in dieser Welt als Prüfung auferlegt. Er wird niemals vergessen, dass er für seine Geduld sowohl in dieser Welt, als auch im Jenseits vielfach belohnt werden wird.
Auch Diebstahl ist weit verbreitet in religionslosen Gesellschaften. Ein Mensch der stiehlt, denkt nicht daran, wieviel Ärger und welches Ungemach er dem bereitet, den er bestiehlt. Vielleicht nimmt er einem Mitmenschen die Ersparnisse von zehn Jahren in einer einzigen Nacht und verschwendet keinen Gedanken an das Leid seines Opfers. Er mag Gewissenbisse empfinden, wenn er anderen Menschen Leid zufügt, empfindet er keine Gewissensbisse, so ist dies um so schlimmer, denn das bedeutet, dass er bereit sein wird, jede unmoralische Tat zu begehen.
In einer Gesellschaft ohne Religion werden Werte wie Gastfreundschaft, Opferbereitschaft, Solidarität und Freigiebigkeit vollständig verschwinden. Es beginnt damit, dass die Menschen ihre gegenseitige Wertschätzung verlieren, weil sie sich als Wesen begreifen, dass vom Affen abstammt. Niemand möchte jemanden willkommen heißen, jemand bewirten, ihm etwas anbieten oder etwas Gutes tun, wenn er glaubt, er stamme vom Affen ab. Menschen die so denken, achten sich nicht. Niemand denkt an die Gesundheit, oder das Wohlergehen anderer. Es kümmert sie nicht, wenn jemand verletzt wird, und sie versuchen auch nicht, es zu verhindern. So werden Sterbende in Krankenhäusern sich selbst überlassen, niemand kümmert sich um sie; auch wird jemand, der ein Restaurant unter extrem unhygienischen Bedingungen betreibt, nicht darüber nachdenken, welchen Schaden er möglicherweise der Gesundheit seiner Gäste zufügt. Ihn interessiert nur das Geld, das er einnimmt.

Frage 10 - Was nützt die Einhaltung der Moral des Qurans der Gesellschaft?

Religion ist eine moralische Lebensauffassung, die Allah gefällt und die Er für die menschliche Natur als am besten geeignet empfiehlt. Es ist ein Lebensstil, frei von jeglichem Aberglauben und Mythos, geleitet durch den Quran.
Religion bewirkt eine tiefgründige, spirituelle und in sich selbst ruhende Moral. Das Chaos der Anarchie, das dem Staat und der Nation so großen Schaden Rzufügt, wird durch Gottesfurcht vermieden, denn Gottesfurcht verhütet Unheil. Menschen, die moralischen Werten folgen, stehen ein für ihren Staat und für ihre Nation, und Sie werden für diese Werte Opfer bringen. Solche Menschen werden immer für das Wohlergehen und für die Sicherheit ihres Landes arbeiten.
In einer Gesellschaft, in der die Moral des Qurans praktiziert wird, haben die Menschen großen Respekt voreinander, und jedermann wird versuchen, Anderen ein sorgenfreies, sicheres Leben zu ermöglichen, denn Solidarität, Einigkeit und Zusammenarbeit sind elementare Glaubenssätze des Qurans. Jedermann hat das Wohlergehen und die Interessen seiner Mitmenschen vor seine eigenen Wünsche zu stellen. Der folgende Vers ist ein Beispiel für die Moral der Gläubigen:
Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist - denen ergeht es wohl. (Sure 59:9 – al-Haschr)
Gottesfürchtige Menschen arbeiten für die Wohlfahrt der Gesellschaft. Niemand wird zügellos handeln; jedermann kooperiert und arbeitet solidarisch unter Beachtung der Interessen Anderer. Das Ergebnis wird eine in jeder Hinsicht zufriedene Gesellschaft sein.
Es wird eine reiche Gesellschaft sein, moralisch und materiell. Das Chaos wird vollständig verschwinden. Jedermann verfügt über eine ausgeprägte Selbstbeherrschung und alle Probleme werden rational gelöst. Streitfragen werden in Ruhe beigelegt. Das Leben verläuft in einer grundsätzlich friedlichen Atmosphäre.

Frage 11 - Welchen materiellen und geistigen Nutzen bringt der Quran der Familie?

Die quranische Moral verlangt Respekt gegenüber Mutter und Vater. Allah beschreibt dies im Quran so:
Wir legten dem Menschen Güte gegen seine Eltern an das Herz. Seine Mutter trug ihn von Schwäche zu Schwäche, und seine Entwöhnung dauert zwei Jahre. (Allah sagt:) "Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Heimgang." (Sure 31:14 – Luqman)
Ein Heim, in dem die Moral des Qurans praktiziert wird, kennt keinen Streit, keine Auseinandersetzungen oder Konflikte. Man zeigt eine respektvolle Haltung gegenüber der Mutter, dem Vater und den anderen Familienmitgliedern. Man führt ein Leben in Glück und Freude.

Frage 12 - Welche Vorteile bietet der Quran dem Staat?

Allah verweist im Quran auf die Tugend des Gehorsams. Jemand, der anhand der Moral des Qurans lebt, wird seinem Staat uneingeschränkten Gehorsam und Respekt erweisen. In einer islamischen Gesellschaft arbeitet jeder für das Wohlergehen des Staates und der Nation, niemand wird sich gegen den Staat erheben, im Gegenteil, jedermann wird ihn nach besten Kräften unterstützen. In einer gottesfürchtigen Gesellschaft wird kaum jemals ein Streit vor Gericht ausgetragen werden müssen. Nicht ein Tausendstel der notorischen Rechtsprobleme heutiger Gesellschaften existierte in einer wahrhaft islamischen Gesellschaft.
Den Staat zu regieren, würde erheblich einfacher sein. Wenn der Staat sich nicht auseinandersetzen muss mit Anarchie, Terrorismus und Mord, kann er seine gesamte Energie konzentrieren auf die Entwicklung und den Fortschritt des Landes.

Frage 13 - Was bewirkt die Einhaltung der Moral des Qurans für die Kunst?

Menschen, die die Moral des Qurans befolgen, werden einander achten und darauf hinarbeiten, in vollständiger Übereinstimmung mit den Werten der Ästhetik zu leben. Sie werden all ihre Fähigkeiten darauf verwenden, sich eine heitere und freundliche Umgebung zu schaffen, die das Auge, das Gehör und alle anderen Sinne gleichermaßen anspricht. Kunst und Ästhetik werden sich also in bester Weise entwickeln.
Ein religiöser Mensch hat darüber hinaus ein reines Gewissen. Er verspürt keinerlei Schuldgefühle und kann daher wunderschöne, einzigartige Kunstwerke schaffen. Menschen, die den Wunsch verspüren, anderen religiösen Menschen Freude zu bereiten und ihnen schöne Dinge darzubieten, werden aufrichtig und ehrenhaft handeln.

Frage 14 - Was bringt die Einhaltung der quranischen Moral dem Bildungssystem?

Der Quran bringt Kindern und Jugendlichen Reife und Weisheit. Jenes sorglose und unverantwortliche Benehmen, das unter jungen Leuten heutzutage allzu oft vorherrscht, findet sich nicht bei denen, die sich an den Quran halten. Lehrt man die Prinzipien des Qurans, so wird das Ergebnis immer eine offene, sich selbst aufopfernde und in jeder Hinsicht produktive Generation sein. Alle Dynamik, Entschlossenheit und Energie der Jugend sind darauf ausgerichtet, Gutes zu tun. Auf diese Weise entwickeln sich Fleiß und intellektuelle Größe. In einer solchen Umgebung identifizieren sich Schüler und Studenten mit dem beabsichtigten Zweck ihrer Ausbildung, und sie legen Wert darauf, ihrem Staat und ihrer Nation einen eigenen, wertvollen Beitrag zu leisten, anstatt ausschließlich auf das nächste Examen zu schauen, und Sanktionen zu vermeiden.
Disziplinarische Maßnahmen in Schulen sind nicht notwendig. Eine friedvolle, konstruktive und produktive Umgebung wird sich entwickeln. Es wird sich eine auf Gehorsam, Respekt und Toleranz basierende Zusammenarbeit herausbilden. Auch werden Schüler und Studenten sich respektvoll und gehorsam verhalten gegenüber dem Staat und der Polizei. Die Studentendemonstrationen, die wir heute so oft erleben, werden nicht mehr stattfinden, denn sie sind in solch einer Umgebung überflüssig.

Frage 15 - Was nützt die quranische Moral der Umgebung am Arbeitsplatz?

In einer Gesellschaft, in der die Menschen nach der Moral des Qurans leben, herrschen gegenseitiges Einverständnis, konstruktive Zusammenarbeit und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz. Arbeitgeber kümmern sich um die Gesundheit ihrer Angestellten und gestalten deren Arbeitsbedingungen in bestmöglicher Weise. Der Arbeitsplatz ist ästhetisch gestaltet und auch optisch attraktiv, denn der Unternehmer weiß, dass seine Angestellten über eine sehr lange Zeit in dieser Umgebung zu arbeiten haben. Jeder wird entsprechend seiner Leistung bezahlt, und niemand wird schlecht behandelt. Die Arbeitgeber halten sich ständig auf dem Laufenden über die Lebensverhältnisse der Familien ihrer Beschäftigten. Sie handeln verantwortungsvoll und sie beschützen ihre Angestellten. Eine Situation, in der die Mächtigen die Schwachen unterdrücken, ist undenkbar. Unmoralische Dinge wie üble Nachrede unter Arbeitskollegen und intrigantes Verhalten, um befördert zu werden, passieren nicht. Die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern basieren nicht auf egoistischen Eigeninteressen und Mauscheleien, sondern auf Zusammenarbeit und Vertrauen. Der Arbeitnehmer steht für die Interessen des Unternehmens ein. Er legt kein verschwenderisches Verhalten an den Tag und denkt nicht: "Der Chef bezahlt sowieso." Er gibt immer sein Bestes und geht aufgrund seiner guten Moral niemals fehl, und er steht unter dem Schutz seines Chefs.

Frage 16 - Was heißt Götzenanbetung?

Götzenanbetung bedeutet, jemanden oder ein Wesen, oder ein bestimmtes Konzept gleichzustellen mit Allah oder es höher als Allah einzuschätzen und entsprechend dieser verzerrten Sichtweise zu handeln. Allah beschreibt diese Situation als "andere Götter neben ihn stellen". Zu behaupten, jemand oder etwas habe eine der Eigenschaften Allahs, heißt, etwas Allah gleich zu stellen, einen Götzen anzubeten. Allah hat im Quran verkündet, dass Götzenanbetung niemals vergeben werden kann.
Siehe, Allah vergibt nicht, dass man Ihm Götter beigesellt, doch verzeiht Er im übrigen, wem Er will. Wer Allah Götter beigesellt, hat eine gewaltige Sünde ersonnen. (Sure 4:48 – an-Nisa)

Frage 17 - Was ist mit "etwas idolisieren" gemeint?

Umgangssprachig bedeutet "idolisieren" nur, bestimmte Dinge oder Menschen zu verehren. Jedoch hat dieser Begriff eine weiter gefasste Bedeutung und ist nicht nur auf vergangene Zeiten beschränkt. In jedem Zeitalter hat es Menschen gegeben, die falsche Götter neben Allah stellten und diese Götzen anbeteten. Ein Mensch, der etwas idolisiert, wird über sein Idol nicht unbedingt sagen, "Dies ist ein Gott und ich bete ihn an", und er wird sich nicht unbedingt vor ihm niederwerfen.
Idolisierung ist im wesentlichen die Bevorzugung von etwas oder jemandem gegenüber Allah. Beispiele hierfür sind das Erheischen der Anerkennung eines anderen Menschen anstatt von Allah oder jemanden mehr zu fürchten als Allah oder jemanden mehr zu lieben als Allah.
Allah macht im Quran klar, dass die Götzen, die die Menschen Ihm an die Seite stellen wollen, ihnen in keiner Weise helfen können.
Ihr dient statt Allah nur Götzenbildern und setzt dabei eine Unwahrheit in Umlauf. Seht, diejenigen, denen ihr anstelle von Allah dient, vermögen euch nicht zu versorgen. Darum begehrt die Versorgung von Allah und dient Ihm und dankt Ihm; zu Ihm kehrt ihr zurück. (Sure 29:17 – al-'Ankabut)

Frage 18 - Wie vermeidet man, falsche Götter anzubeten?

Zuallererst muss man mit ganzem Herzen bekräftigen, dass Allah der einzige Gott ist, dass Er alle Macht besitzt und dass nichts und niemand ausser Ihm über die Macht verfügt, den Menschen zu helfen oder ihnen zu schaden. Jemand, dem diese Wahrheiten klar sind, wird Allah allein dienen und Ihm niemals falsche Götter vorziehen. Allah rät den Menschen, sich vollständig ihm zuzuwenden, damit sie vor Götzenanbetung bewahrt werden.
Nein, zu Ihm allein werdet ihr rufen. Und Er wird euch, wenn Er will, von dem befreien, um dessentwillen ihr Ihn anruft. Und ihr werdet vergessen, was ihr Ihm beigesellt habt. (Sure 6:41 – al-An'am)
Die radikale Veränderung, die jemand erfährt, der vor der Götzenanbetung errettet ist, findet zuerst in seinem Herzen statt. Er wird eine völlig veränderte Sichtweise und Geisteshaltung einnehmen. Er wird sein Leben nunmehr gottgefällig und zur Freude Allahs führen und nicht schwanken unter dem Einfluss bestimmter Ideen und Ignoranz.

Frage 19 - Was heißt es, Allahs Gnade auf bestmögliche Weise zu suchen?

Was würdest du tun, wenn eine große Flut käme? Würdest du sofort die Treppen zum höchsten Stockwerk hinaufsteigen und auf Rettung warten, oder würdest du, so wie das Wasser steigt, Stockwerk für Stockwerk hinaufgehen? Würdest du die Treppe oder den Aufzug benutzen um aufs Dach zu kommen? Das Klügste in einer solchen Situation wäre offensichtlich, aus allen möglichen Alternativen, die dich retten könnten, die auszuwählen, die das schnellste Resultat bringt. Alles andere stünde ausser Frage. Jemand in dieser Situation würde also das Beste getan haben, indem er den Aufzug benutzt hätte. Nur so hätte er "den besten Weg" gewählt.
Der Gläubige wird all seine materiellen und geistigen Fähigkeiten einsetzen um jederzeit, zu jeder Stunde und in jeder Sekunde ein Leben nach Allahs Willen zu führen. Wenn er dann eine Wahl unter mehreren Alternativen zu treffen hat, benutzt er seine Kenntnisse und hört auf sein Gewissen; durch dieses Benehmen erlangt er Allahs Wohlgefallen und handelt gottgefällig in bestmöglicher Weise.

Frage 20 - Was bedeutet es, bedingungslos zu Glauben?

Jeder weiß ohne jeden Zweifel, dass er sich die Hand verbrennt, wenn er sie ins Feuer hält. Er würde niemals darüber nachdenken, ob er sich tatsächlich verbrennen würde oder nicht. Das heißt, dieser Mensch hat den bedingungslosen Glauben daran, dass das Feuer ihm die Hand verbrennt. Der Quran erklärt bedingungslosen Glauben so:
Dies dient der Einsicht der Menschen und ist eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die ihres Glaubens gewiss sind. (Sure 45:20 – al-Dschathiya)
Bedingungslosen Glauben zu haben heißt, mit absoluter Sicherheit an Allahs Existenz und Einzigartigkeit zu glauben, an den Tag der Auferstehung und an Himmel und Hölle; bedingungsloser Glaube darf nicht den geringsten Zweifel haben an der Wahrheit ihrer Existenz. Es ist genauso, wie an die Existenz unserer Mitmenschen zu glauben, die uns umgeben, die wir sehen und zu denen wir sprechen. Glaube, der auf absoluter Sicherheit beruht, entwickelt im Menschen ein Gewissen, dass ihm ermöglicht, jeden Moment seines Lebens in gottgefälliger Weise zu verbringen.

21-40: Fragen und Antworten

21-40: Fragen und Antworten

Frage 21 - Wie kann ich wissen, welche meiner Handlungen Allah gefällt?

Allah inspiriert das Gewissen der Menschen die ihn fürchten, in angemessener Weise. Allah offenbart uns im Quran:
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr Allah fürchtet, wird Er euch das Vermögen zur Unterscheidung (von gut und böse) geben und euch euere Missetaten vergeben und euch verzeihen; und Allah ist voll großer Huld. (Sure 8:29 – al-Anfal)
Man sollte nie vergessen, dass die erste Stimme, die ein Mensch in seinem Herzen verspürt, die Stimme seines Gewissens ist, die ihm hilft, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, und genau diese Stimme sagt ihm, welches Verhalten Allah gefällt. Menschen, die Allah fürchten, erfahren die Wahrheit indem sie auf ihr Gewissen hören.

Frage 22 - Werden wir durch Stimmen ausser der unseres Gewissens beeinflusst?

Alle anderen Stimmen, die neben der Stimme des Gewissens zu uns sprechen, sind Stimmen unseres Ego, die das Gewissen zu unterdrücken versuchen. Dieser Egoismus versucht mit aller Macht uns davon abzuhalten, uns in gerechter Weise zu benehmen und keine bösen Taten zu begehen.
Das Ego tut dies nicht offen. Es wird gewisse Entschuldigungen vorschlagen, die auf den ersten Blick vernünftig zu sein scheinen. Es wird versuchen, einen dazu zu bringen, zu sagen "Es wird schon nicht so schlimm sein, was wir gerade tun." Allah zeigt diese Wahrheit im Quran:
Bei der Seele und was sie bildete. Und ihr ihre Schlechtigkeit ebenso eingab wie ihre Gottesfurcht: Wohl ergeht es dem, der sie läutert. (Sure 91:7-9 – asch-Schams)
Wie in dem Vers ausgeführt wird, ist der Mensch ein Opfer sündiger Versuchung, aber er weiß, dass es seine Pflicht ist, sich dagegen zu schützen. Der Mensch wird auf seine Wahl zwischen Gut und Böse hin geprüft.

Frage 23 - Wie funktioniert unser Sehvermögen?

Und Allah hat euch aus den Leibern euerer Mütter als ganz und gar Unwissende hervorgebracht. Doch Er gab euch Gehör und Gesicht, Verstand und Gemüt, damit ihr denkbar wäret. (Sure 16:78 – an-Nahl)
Sehen ist ein kontinuierlicher Prozess. Während des Sehvorgangs fallen Lichtstrahlen durch unsere Augenlinse hindurch auf unsere Netzhaut, auf die sie ein auf dem Kopf stehendes Bild, projizieren. Das auftreffende Licht wird durch die Netzhaut in elektrische Impulse umgewandelt, die über den Sehnerv an das Sehzentrum im Gehirn gesendet werden. Diese Impulse werden im Sehzentrum des Gehirns nach einer Serie weiterer biochemischer Prozesse wieder als "Bild" wahrgenommen. Der Sehvorgang findet hauptsächlich an einem im Hinterkopf gelegenen Ort, dem Sehzentrum statt, in dem vollständige Dunkelheit herrscht, weil es komplett von jeglichem Licht isoliert ist.
Wenn wir also sagen: "Wir sehen", "sehen" wir tatsächlich die Effekte elektrochemischer Impulse, die durch das Auge induziert werden, unsere Sinne nehmen demnach nichts weiter als elektrische Signale wahr. Sowohl dieses Buch, dass Sie gerade lesen, und die grenzenlose Landschaft, die sich bis zum Horizont ausdehnt, finden Platz in einem äußerst kleinen Bereich unseres Hirns. Diese Anpassung des Maßstabs gilt genauso für alle anderen Wahrnehmungen unserer Sinne.

Frage 24 - Was bedeutet "Materie ist eine Folge von Wahrnehmungen"?

Alle Informationen, die wir über die Welt in der wir leben, erhalten, werden uns durch unsere 5 Sinne übermittelt. Die Welt, wie wir sie kennen, besteht aus dem, was unsere Augen sehen, unsere Hände fühlen, unsere Nasen riechen, unsere Zungen schmecken und unsere Ohren hören. Die moderne Forschung hat herausgefunden, dass unsere Wahrnehmungen nichts anderes sind, als Antworten des Gehirns auf elektrische Impulse. In dieser Hinsicht sind Menschen, Farben, das Anfassen eines soliden Gegenstandes, alles was uns gehört und was wir als Außenwelt auffassen, nur elektrische Signale, die unser Gehirn erreichen.
Nehmen wir zum Beispiel eine Frucht: Elektrische Signale, den Geschmack betreffend, den Geruch, das Aussehen und die Festigkeit der Frucht, erreichen unser Gehirn durch unsere Nerven und bauen dort ein Bild dieser Frucht auf. Würden die Nervenstränge, die zum Gehirn führen, unterbrochen, würden die Wahrnehmungen bezüglich der Frucht verschwinden. Was wir als Frucht wahrnehmen, ist lediglich eine Folge von Wahrnehmungen, die unser Gehirn erreicht. Wir können niemals feststellen, ob diese Folge von Wahrnehmungen die Wirklichkeit widerspiegeln. Wir können uns niemals außerhalb unseres Gehirns bewegen, um einen Kontakt zu etwas herzustellen: wir haben ausschließlich unsere Wahrnehmungen.

Frage 25 - Ist die Existenz der Außenwelt unentbehrlich?

Wir können nicht wissen, ob die Außenwelt wirklich existiert oder nicht. Da jedes Objekt nur eine Abfolge von Wahrnehmungen ist und diese Wahrnehmungen einzig in unserem Geist existieren, ist die einzig reale Welt die Welt der Wahrnehmungen. Die einzige Welt, von der wir wissen, dass sie existiert, ist die Welt, die in unserem Geist existiert: die Welt, die dort entworfen, aufgezeichnet und mit Leben erfüllt wird, kurz, die Welt, die in unserem Geist geschaffen wird. Dies ist die einzige Welt, der wir uns sicher sein können.

Frage 26 - Täuschen wir uns, wenn wir glauben, unsere Wahrnehmungen seien real, wenn es keine Übereinstimmung mit real existierender Materie gibt?

Ja, wir täuschen uns, wenn wir glauben, unsere Wahrnehmungen seien real, wenn es keine Übereinstimmung mit real existierender Materie gibt. Wir können niemals beweisen, dass unsere Wahrnehmungen die Realität abbilden. Man könnte sich vorstellen, dass diese Wahrnehmungen eine "künstliche" Ursache haben. Wir erfahren solche Gefühle im Traum, wenn wir an Ereignissen teilnehmen, Menschen sehen und Umgebungen, die uns vollständig real erscheinen. All dies sind jedoch nichts als eingebildete Wahrnehmungen. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Traumwelt und "realer" Welt, beide werden nur in unserem Hirn erfahren.

Frage 27 - Wenn alle Materie die wir kennen, nur in unserer Vorstellung existiert, was ist dann das Gehirn?

Da unser Gehirn Teil der physikalischen Welt ist, wie auch unsere Arme, Beine und jedes andere Objekt, ist es genauso eine Wahrnehmung, genau wie alle anderen Objekte. Das Beispiel des Traums macht dies deutlich. Denken wir uns, wir sehen den Traum. In dem Traum werden wir einen imaginären Körper besitzen, einen imaginären Arm, ein imaginäres Auge und ein imaginäres Gehirn. Würden wir in unserem Traum gefragt werden, "Womit siehst du?", so würden wir antworten: "Ich sehe in meinem Gehirn." Tatsächlich gibt es jedoch kein Gehirn, über das wir sprechen könnten, sondern nur einen imaginären Kopf und ein imaginäres Gehirn.

Frage 28 - Wer oder was ist es, das "wahrnimmt"?

Bisher glaubten die Menschen, das "wahrnehmende" sei das Gehirn. Analysieren wir jedoch das Gehirn, so sehen wir, dass es nichts enthält ausser Fettzellen und Proteinmolekülen, die auch in anderen Lebewesen vorhanden sind. Das heißt, in diesem Stück Fleisch, das wir "Gehirn" nennen, ist nichts vorhanden, um Bilder zu sehen, Bewusstsein hervorzurufen, oder das das Wesen ausmacht, das wir "unser Selbst" nennen.
Es ist klar, das dieses Wesen, das sieht, hört und fühlt, von Natur aus übernatürlich sein muss. Dieses Wesen "lebt" und ist weder Materie noch eine Abbildung von Materie. Dieses Wesen stellt die Verbindung her zu den Wahrnehmungen, indem es das Abbild unseres Körpers benutzt.
Dieses Wesen ist die "Seele". Im Quran erklärt Allah:
Und sie werden dich über den Geist befragen. Sprich: "Der Geist ist eine Angelegenheit meines Herrn. Aber ihr habt nur wenig Wissen darüber." (Sure 17:85 – al-Isra')

Frage 29 - Wenn das, was wir als die materielle Welt ansehen, lediglich aus Wahrnehmungen unserer Seele besteht, wer oder was sendet uns diese Wahrnehmungen?

Wie bereits klar gemacht, hat Materie keine Fähigkeit zur Existenz aus sich selbst heraus. Weil Materie Wahrnehmung ist, ist sie etwas "Künstliches". Das heißt, Wahrnehmung muss erschaffen worden sein von einer anderen Macht und es versteht sich von selbst, dass dazu ein Schöpfer existieren muss, der das gesamte materielle Universum geschaffen hat, das die Summe aller Wahrnehmungen darstellt. Diese Schöpfung dauert an, und ihr Schöpfer ist Allah, der Allmächtige. Die Tatsache, dass Himmel und Erde instabil sind und dass ihre Existenz nur möglich wurde, weil Allah sie geschaffen hat und dass sie verschwinden werden, wenn Er aufhört mit seiner fortdauernden Schöpfung, ist im folgenden Vers erklärt:
Siehe, Allah stützt die Himmelskörper und die Erde, damit sie nicht untergehen. Und wenn sie zu sinken begännen, so könnte niemand sie an Seiner Stelle halten. Er ist  fürwahr nachsichtig und verzeihend. (Sure 35:41 – al-Fatir)

Frage 30 - Wie kommt es dass Allah allumfassend ist und uns näher steht als unsere eigene Halsschlagader?

Materie besteht lediglich aus Empfindungen. Das einzig reale, absolute Wesen ist Allah. Das heißt, dass nur Allah existiert. Alles ausser Ihm sind Schattenwesen. Allah ist überall und allumfassend. Alles Existierende ist ein Bild, dass uns von Allah gesandt wird.
Da jedes materielle Wesen eine Wahrnehmung ist, kann es Allah nicht sehen, doch Allah sieht die Materie, die Er in all ihren Formen geschaffen hat. Wir können Allahs Existenz nicht mit unseren Augen erkennen, aber Er umfasst uns vollständig, von innen, von außen, in Blicken und in Gedanken. Wir können kein einziges Wort äußern und keinen einzigen Atemzug tun ohne Sein Wissen.
Während wir unsere Sinneswahrnehmungen haben im Lauf unseres Lebens, ist das, was uns am nächsten steht, nicht etwa eine dieser Wahrnehmungen sondern Allah selbst. Das Geheimnis des folgenden Verses ist in dieser Wahrheit verborgen:
Wir erschufen doch den Menschen und wissen, was ihm sein Inneres zuflüstert. Und Wir sind ihm näher als (seine) Halsschlagader. (Sure 50:16 – Qaf)
Wenn ein Mensch denkt, sein Körper bestehe aus Materie, kann er diese wichtige Tatsache nicht verstehen. Wenn er sein Gehirn für sein "Selbst" hält, ist es ihm unmöglich. Wenn er jedoch versteht, dass es etwas wie Materie nicht gibt, sondern Einbildung ist, dann verlieren Begriffe wie draußen, drinnen, nah oder fern ihren Sinn. Allah hat ihn umfasst und Er ist ihm unendlich nah.

Frage 31 - Ist die Liebe zu Allah nicht genug? Müssen wir uns vor Ihm fürchten?

Nach dem Quran verlangt wahre Liebe Respekt und die Vermeidung von allem, was Allah missfällt. Wenn wir das Leben und die Taten von Menschen betrachten, die glaubten, Liebe allein reiche aus, dann sehen wir, dass sie nicht standfest genug waren in ihrem Glauben. Jemand jedoch, der Allah wahrhaftig liebt, befolgt vor allem Seine Anweisungen, vermeidet Dinge, die Ihm missfallen und, er wird hingeleitet zu Taten, die Ihm wohlgefallen. Er zeigt seine Liebe indem er Allahs Wohlgefallen in jedem Moment seines Lebens sucht, durch hohen Respekt vor Ihm und durch Vertrauen und Loyalität zu Ihn.
Verhält er sich so, wird er eine tiefe Furcht empfinden, Allahs Wohlgefallen zu verlieren und seinen Zorn zu erregen. Kleidet er seine Liebe aber nur in Worte, während er ansonsten ein achtloses Leben führt und die von Allah gesetzten Grenzen überschreitet, so ist dies sicherlich eine unaufrichtige Haltung. Im Quran hat Allah den Menschen befohlen, ihn zu fürchten:
Wendet euch Ihm zu und fürchtet Ihn und verrichtet das Gebet und seid nicht unter denen, die Ihm Gefährten zur Seite setzen. (Sure 30:31 – ar-Rum)

Frage 32 - Wie intensiv muss die Gottesfurcht eines aufrichtig Gläubigen sein?

Jeder, dem das Wesen Allahs bewusst ist und Ihn in Seiner Allmächtigkeit kennt, wird eine tiefe Furcht vor Allah empfinden; denn Er ist nicht nur unendlich mitleidvoll und barmherzig, Allah ist auch Der, der unterwirft, der abrechnet, der bestraft, der Rache übt und der zur Hölle schickt. Deswegen fürchten Muslime Allah als den Unsichtbaren; sie wissen, dass niemand sicher ist vor Seiner Strafe. Weil sie wissen, dass sie verantwortlich gemacht werden für alles, was sie tun, werden sie immer alles mögliche tun, Allahs Missfallen zu vermeiden. Es muss hier beachtet werden, dass Furcht, so wie sie hier beschrieben wird, eine völlig andere Bedeutung hat, als in religionslosen Gesellschaften. Es ist eine Furcht, die dem Gläubigen Frieden gibt, ihn motiviert und ihn zu gottgefälligen Taten anspornt. Allah befiehlt den Gläubigen:
So bleibt euch Allahs bewusst so gut ihr nur könnt und lauscht und gehorcht und spendet zum besten euerer selbst. Und wer sich vor seiner eigenen Habsucht hütet  - denen wird es wohl ergehen. (Sure 64:16 – at-Taghabun)

Frage 33 - Kann jedermann den Quran verstehen?

Allah hat den Menschen den Quran als Anleitung zum Leben gesandt. Darum ist der Quran sehr leicht verständlich und klar. Allah beschreibt den Charakter des Quran: "... Von Allah ist zu euch nunmehr ein Licht und ein deutliches Buch gekommen." (Sure 5:15 – al-Ma'ida) Ein anderer Vers erklärt es so:
Und so haben Wir ihn als deutliche Botschaft hinabgesandt. Und Allah leitet, wen Er will. (Sure 22:16 – al-Hadsch)
Um die Weisheit und die Stimme Allahs im Quran erkennen zu können, muss der Leser vollständig aufrichtig sein und seinem Gewissen gemäß handeln.

Frage 34 - Kann ich den Quran immer und jederzeit lesen ?

Der Quran ist die einzige Lebensanleitung, in der ein gläubiger Mensch sein ganzes Leben lang Zuflucht finden wird. In einem Quranvers, in dem sich Allah an die Ehefrauen der Propheten wendet, befiehlt Er ihnen "Und bewahrt im Gedächtnis, was von den Versen Allahs und an Weisheit in eueren Häusern vorgetragen wird..." (Sure 33:34 – al-Ahzab) und ermuntert alle Gläubigen, den Quran zu lesen. Dieser Vers macht klar, dass die Gläubigen das heilige Buch zuhause lesen und seine Verse erinnern sollen. Wichtiger jedoch ist, den Quran zu lesen und vollständig zu praktizieren und seine ausdrücklichen Anweisungen gewissenhaft auszuführen.

Frage 35 - Wendet sich der Quran an Menschen jeden Alters?

Allah sandte den Quran als Lebensleitung für alle Welten und Alle Zeiten:
Dies (der Quran) ist eine Klarlegung für die Menschen und eine Rechtleitung und eine Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (Sure 3:138 – Al-'Imran)
Allah gibt im Quran Beispiele, die auf vergangenen Ereignissen basieren so dass die Menschen sie sich als Warnung dienen lassen können, und nicht dieselben Fehler wiederholen. Man kann gewöhnlich auch heute noch in ähnliche Situationen kommen, wie sie im Quran erzählt werden.

Frage 36 - Hat Allah uns die Suren des Quran bis auf den heutigen Tag unverändert erhalten?

Der Quran ist ein von Allah geschütztes heiliges Buch, und ist uns bis auf den heutigen Tag seit 1400 Jahren unverändert erhalten. Allah informiert uns über diese Wahrheit:
Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein. (Sure 15:9 – Al-Hidschr)
Und das Wort deines Herrn hat sich in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit erfüllt. Niemand vermag Sein Versprechen zu ändern; und Er ist der Hörende, der Wissende. (Sure 6:115 – al-An'am)
Diese Versprechen Allahs sind den Gläubigen genug. Darüber hinaus zeigt Allah uns, dass der Quran das Buch der Wahrheit ist und auch bestimmte wissenschaftliche und mathematische Wunder enthält.

Frage 37 - Was sind die wissenschaftlichen Wunder des Quran?

Trotzdem der Quran vor 1400 Jahren offenbart wurde, enthält er wissenschaftliche Fakten, die zu damaliger Zeit völlig unbekannt waren und die erst in unseren Tagen mit Hilfe neuester wissenschaftlicher und technischer Methoden entdeckt wurden. Diese Inhalte des Qurans zeigen ohne jeden Zweifel, dass er von Allah stammt. Hier sind einige dieser Wunder:
•     Die ständige Expansion des Universums ist eine der größten Entdeckungen des zwanzigsten Jahrhunderts. Doch Allah verkündet uns diese Tatsache vor 1400 Jahren in Vers 47 der 51. Sure adh-Dhariyat:
Den Himmel erbauten Wir mit (Unserer) Kraft und seht, wie Wir ihn (ständig) ausdehnen! (Sure 51:47 – adh-Dhariyat)
•     Die Bewegung der Himmelskörper in unveränderlichen Umlaufbahnen wurde vor Jahrhunderten im Quran verkündet:
Und Er ist es, der die Nacht erschuf und den Tag, die Sonne und den Mond; jeder schwebt auf seiner  (sphärischen) Bahn. (Sure 21:33 – al-Anbiya)
•     Es tauchen interessante Bedeutungen auf, wenn man die arabischen Ausdrücke in jenen Versen untersucht, die sich mit Sonne und Mond befassen. Die Worte "siraj" für "Lampe" und "wahhaj" für "hell leuchtend" werden benutzt, um die Sonne zu beschreiben. Für den Mond wird "munir", "erleuchtet", "glänzend" gebraucht. In der Tat, während die Sonne enorme Hitze und Helligkeit produziert, verursacht durch die thermonukleare Reaktion in ihrem Innern, reflektiert der Mond lediglich das Licht der Sonne. Dieser Unterschied wird wie folgt beschrieben:
Seht ihr denn nicht, wie Allah einen über dem anderen sieben Himmel erschaffen und in sie den Mond als Licht und die Sonne als Leuchte gesetzt hat? (Sure 71:15-16 – Nuh)
•          Vers 22 der Sure Al-Hidschr des Qurans bezieht sich auf die befruchtende Wirkung des Windes:
Und Wir entsenden die schwangeren Winde und dann Wasser vom Himmel und geben es euch zu trinken. Ihr aber hättet es nicht aufspeichern können. (Sure 15:22 – Al-Hidschr)
Im arabischen bezieht sich das Wort "befruchten" sowohl auf Pflanzen als auch auf Wolken. Die moderne Wissenschaft hat gezeigt, dass es ohne Wind weder Pflanzen noch Wolken gäbe.
Ein weiteres Wunder des Qurans wird in diesem Vers beschrieben:
Erschaffen hat Er die Himmel und die Erde in Wahrheit. Er faltet die Nacht über den Tag und faltet den Tag über die Nacht. Und Er hat Sonne und Mond dienstbar gemacht; jedes (Gestirn) läuft seine Bahn für eine bestimmte Frist. Ist Er nicht der Mächtige, der Vergebende? (Sure 39:5 – az-Zumar)
In diesem Vers ist das gegenseitige "sich umgeben" von Tag und Nacht mit dem arabischen Wort "tekvir" beschrieben. Im Deutschen könnte man davon sprechen, das ein Ding das andere "umwickelt". Im Arabischen wird das Wort erklärt als "ein Ding um das andere wickeln", so wie ein Turban (orientalische Kopfbedeckung) angelegt wird. Die Metapher in diesem Vers impliziert die exakte Information über die Form unseres Planeten. Der Ausdruck kann sinnvollerweise nur dann benutzt werden, wenn die Erde rund ist. Das heißt, dass im Quran, der im 7. Jahrhundert offenbart worden ist, angedeutet wird, die Erde sei rund.

Frage 38 - Gibt es ein Zahlencode-System im Quran?

Der Quran beinhaltet auch numerische Wunder, wie die Einführung der Zahl 19 in verschlüsselter Form und die Zahl der Wiederholungen bestimmter Worte in den Versen.
Hier sind einige Wortwiederholungen aus dem Quran, einige Worte werden immer in gleicher Zahl wiederholt, zum Beispiel:
•     wird der Ausdruck die "sieben Himmel" siebenmal wiederholt,
•     werden die Worte "Welt" und "Jenseits" jeweils 115 mal wiederholt,
•     wird das Wort "Tag" 365 mal wiederholt, das Wort "Mond" 12 mal
•     wird das Wort "Glaube" (Iman) ohne Berücksichtigung des Genitivs 25 mal wiederholt, genau wie die Worte "Untreue" oder der Ausdruck "die Wahrheit verdecken" (Kufr).
•     wenn wir das Wort "sagen" zählen, kommen wir auf 332 Erwähnungen und dieselbe Zahl ergibt sich, wenn wir den Ausdruck "sie sagten" zählen,
•     wird das Wort "Satan" 88 mal benutzt, das Wort Engel ebenfalls 88 mal.
Das Wunder der 19: Die Zahl wird im Quran in einer Aussage über die Hölle benutzt: "Über ihm sind neunzehn". (Sure 74:30 – al-Muddaththir) Die 19 taucht verschlüsselt auch in anderen Koranversen auf. Zum Beispiel:
•     Die quranische Einleitungsformel "Bismil-lahir-rahmanir-rahim" (Im Namen Allahs, des Allgnade Erweisenden, des Barmherzigen), die am Anfang jeder Sure steht, besteht aus 19 arabischen Buchstaben.
•     Der Quran besteht aus 114 Suren; 114 ist ein vielfaches von 19, nämlich 6 mal.
Es gibt noch viele andere solcher vielfachen:
•     Die Gesamtzahl der Erwähnung des Wortes "Allah" im Quran ist 2698, 19 mal 142.
•     Die Gesamtzahl der Erwähnung von "barmherzig" ist 114, 19 mal 6.
•     Wenn wir alle im Quran vorkommenden Zahlen addieren, macht dies 162146, nämlich 19 mal 8534.
•     Die erste Quransure, die offenbart wurde, besteht aus 19 Versen.
Es gibt zahllose anderer solcher Beispiele.

Frage 39 - Wie können wir von der Existenz des Jenseits wissen?

Im Diesseits lässt Allah uns in einer Welt von Wahrnehmungen leben. Allah, Der diese Welt geschaffen hat, - eine solch wunderschöne Schöpfung mit dreidimensionalen Bildern, die Tiefe haben und die voller Farben und Licht sind - hat ganz sicher die Macht, etwas noch viel schöneres zu erschaffen.
So wie Allah ein Abbild der Welt im Gehirn des Menschen formt, so wird Er den Menschen nach dem Tod in eine andere Dimension transferieren und ihm das Bild einer anderen Umgebung zeigen. Diese Dimension, in die der Mensch dann eingeführt wird, ist das Jenseits.

Frage 40 - Gibt es so etwas wie Wiedergeburt?

Wiedergeburt ist eine haltlose abergläubische Vorstellung ohne jede Grundlage. Sie taucht auf als Ergebnis einer unbewussten Furcht gewisser religionsloser Menschen über das "Verschwundensein nach dem Tod", oder an die Furcht, die Menschen mit wenig Rückhalt im Glauben verspüren, wenn sie an das Jenseits nach dem Tod denken. Für beide dieser Gruppen ist es eine attraktive Aussicht, nach dem Tod noch einmal auf die Welt zu kommen.
Der Quran sagt jedoch ganz klar, dass es nur ein einziges Leben in dieser Welt gibt, in der die Menschen geprüft werden. Es wird ebenfalls klargemacht, dass es nach dem Tod keine Rückkehr gibt in diese Welt. Das der Mensch nur einmal stirbt, wird in folgendem Vers betont:
Dort werden sie nach ihrem ersten Tod keinen Tod mehr kosten, und so bewahrt Er sie vor der Höllenstrafe. (Sure 44:56 – ad-Dukhan)